Im Altbau scheitert Einbruchschutz selten an der Technik – sondern an der Reihenfolge. Wer zuerst die Schwachstelle sucht und dann das Bauteil wählt, kommt mit deutlich weniger Aufwand aus.
Zuerst die Schwachstelle, dann das Produkt
Die meisten Einbrüche im Bestand laufen über die gleichen wenigen Wege: die Wohnungs- oder Haustür, Fenster im Erdgeschoss und leicht erreichbare Nebeneingänge. Bevor über Beschläge oder Zylinder gesprochen wird, lohnt deshalb ein Rundgang, der genau diese Punkte durchgeht.
Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine Tür ertüchtigt oder ersetzt werden muss – im Altbau ist das Ertüchtigen häufig der ruhigere und günstigere Weg.
Die Tür als System begreifen
Eine Tür ist nur so stark wie ihr schwächstes Teil. Ein hochwertiger Zylinder in einem Blatt ohne Aufbohrschutz bringt wenig, ebenso ein stabiles Schloss in einer Zarge, die im Mauerwerk nicht ausreichend verankert ist.
- Schließzylinder mit Aufbohr- und Ziehschutz
- Schutzbeschlag, der den Zylinder abdeckt
- Mehrfachverriegelung statt einfacher Falle
- Bänder- und Schließseite gleichermaßen sichern
Mechanik verzögert den Einbruch, Technik meldet ihn. Erst zusammen ergeben die beiden ein Konzept.
Fenster und Nebeneingänge nicht vergessen
Kastenfenster lassen sich in vielen Fällen mit abschließbaren Griffen und Pilzkopfverriegelungen nachrüsten. Wichtig ist, dass die Beschläge zum Fenstertyp passen – im Altbau ist das eine Frage der Aufnahme, nicht des Katalogs.

Wann Meldetechnik sinnvoll wird
Mechanik hält auf, meldet aber nichts. Sobald ein Objekt längere Zeit leer steht oder besonders schützenswerte Bereiche enthält, ergänzt eine Einbruchmeldeanlage die mechanische Sicherung sinnvoll.

